11.000 Buga-Dauerkarten sind schon verkauft

2018-09-16 18:52:00 // Heilbronn // Von Carsten Friese

Die Neugier auf die Bundesgartenschau Heilbronn wird in der Region immer größer. Auch die Veranstalter spüren eine wachsende Neugier. Für eine schwarze Null sind 2,2 Millionen Besuche nötig.

 

Die Neugier auf die Bundesgartenschau wird in der Region immer größer: Rund 800 Gäste strömten zur letzten öffentlichen Baustellenführung auf das Gelände − Rekord. „Das ist gigantisch. So eine Besucherzahl hatten wir noch nie“, freute sich Buga-Sprecherin Suse Bucher-Pinell über den großen Andrang.

Am späten Abend zeigten die Buga-Macher der Presse und Gemeinderäten mit technischem Equipment, worauf sich die Gäste ganz besonders freuen können.

Laser- und Farbprojektionen

Mit Hilfe einer Filmprojektion, die am dunklen Karlssee direkt auf die Kletterwand übertragen wurde, veranschaulichten sie die geplanten Wasserspiele der Buga. Mit einer 120 Meter langen Fontänenwand, Laser- und Farbprojektionen sowie zwei vernebelten Halbkreisen aus Wasser, die ebenfalls als Leinwände dienen, soll eine der größten Wassershows Europas auf dem Buga-Gelände gezeigt werden. Drei Mal die Woche sollen die Shows abends laufen, in die auch echte Feuerflammen integriert sind.

160 Wasserfontänen stehen zur Verfügung, die in schillernde Farben getaucht bis zu 40 Meter Höhe erreichen. Mal mit bombastischer, mal mit ruhiger Musik sind die Choreographien unterlegt. Bis zu 4000 Liter Wasser sollen gleichzeitig in der Luft sein. Auch tagsüber soll es etwas abgewandelte Wasserspiele geben.

Laserimpressionen auf der Leinwand an der Kletterwand, die sich im Karlssee spiegeln: Die Wasserspiele mit 160 Fontänen sollen ein Highlight auf der Buga werden. Fotos: Mugler

„Träumen Sie ein wenig mit uns“, führte Uwe Leo Auerswald von der Berliner Firma Compactteam in die Filmanimation ein. „Eine eindrucksvolle Premiere“, lobte Oberbürgermeister Harry Mergel die Demonstration. Premiere der realen Show soll am Ostersamstag, 20. April, sein.

Sieben Monate vor dem Start der Bundesgartenschau haben die Buga-Macher noch einiges vor der Brust. Es werde auf jeder Bundesgartenschau „bis zum letzten Tag gearbeitet“, stellte Projektmanager Berthold Stückle fest. Ausschreibungen für den Shuttle-Boot-Transport der Gäste über den Neckar und gärtnerische Pflegearbeiten laufen. Auf intensiver Suche nach Personal ist die Buga GmbH zum Beispiel für die Kassen, Einlässe oder Gastronomie. Man sei in enger Zusammenarbeit mit den Job-Centern, um Mitarbeiter zu schulen, erklärte Buga-Chef Hanspeter Faas.

Im Kostenplan

Bisher hat die Buga GmbH 11.000 Dauerkarten verkauft − 36.000 sind das Ziel. Beim Etat sind die Veranstalter im Kostenplan. 140 Millionen Euro umfasst der Investitionshaushalt, 50 Millionen der Durchführungshaushalt. 2,2 Millionen Besuche seien nötig, um eine schwarze Null zu erreichen, sagte Faas. Er ist überzeugt, dass das Konzept aus Gartenschau und besonderer Stadtausstellung ankommt. Aber: Besuchszahlen seien nicht der einzige Gradmesser.

Mit dem Neckarbogen werde ein nachhaltiges Stadtprojekt geschaffen. Besucher brächten zudem weiteres Geld in die Stadt. OB Harry Mergel ergänzte, dass die Stadt durch 1300 Bewohner, die einmal im Neckarbogen leben, über staatliche Zuweisungen vier Millionen Euro im Jahr einnehmen werde. „Das ist ein Mehrwert auf Dauer.“

Ab 2019 wollen die Buga-Macher landesweit große Werbekampagnen fahren. 3,1 Millionen Euro stehen als Marketing-Budget insgesamt zur Verfügung. Jochen Sander, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft, ist optimistisch, dass das Konzept erfolgreich sein wird. „Die direkte Verschmelzung des städtischen Wohnungsbaus innerhalb der Gartenschau ist einmalig“, sagte er. Und dass die Grünflächen nach dem trockenen Sommer solch ein vitales Bild abgeben, sei „schon großartig“.

Große Nachfrage

Insgesamt kamen allein in diesem Jahr fast 16.000 Gäste zu den über 500 Buga-Führungen. Bis Ende 2018 schätzt die Sprecherin die Gesamtzahl aller Führungsteilnehmer seit 2014 auf gut 25.000. Letzter öffentlicher Termin vor dem Start wird das Baustellenfest mit dem SWR-Gastroangebot „Pfännle“ am 30. September sein.

Auch bei den Blumenschauen im Fruchtschuppen wollen die Veranstalter Besonderes bieten. Verschiebbare Blumenelemente, Pflanzentreppen und Raumteiler sind im Einsatz, mit Licht, Farben, Ton, Musik oder Videos soll gespielt werden. „Das kann auch mal was ganz Verrücktes sein“, sagte Hanspeter Faas.

2018-09-20T18:34:32+00:00