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1,1 Millionen Besucher zur Buga-Halbzeit

2019-07-15 // 14:23 Uhr // Heilbronn // Von Bärbel Kistner

Die Besucherzahlen der Bundesgartenschau zur Halbzeit liegen im grünen Bereich. Geschäftsführer Hanspeter Faas freut sich über knapp 1,1 Millionen Besucher, die in den ersten 87 Tagen auf dem Gelände waren. Doppelt so viele sollen es sein, wenn die Schau am 6. Oktober zu Ende geht.

160 Dauerkarten im Juli

Vor allem die Zahl von 90.800 Dauerkarten verbucht die Buga als einen unerwartet großen Erfolg – mit nur 35.000 Tickets hatte man gerechnet. Selbst im Juli seien noch fast 160 Dauerkarten verkauft worden. 5,7 Mal waren Dauerkartenbesitzer im Durchschnitt bereits auf der Buga. Faas rechnet damit, dass es am Ende zwölf Besuche werden können. „Die Spanne ist sehr groß, manche kommen sogar täglich.“

Der Tourismus in Heilbronn blüht

Für den baden-württembergischen Tourismusminister Guido Wolf ist die Buga ein „Leuchtturm mit Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus“. Der Buga-Effekt zeige sich an den Tourismuszahlen und der hohen Auslastung der Hotelbetriebe der Stadt. Vor allem im Nachbarland Schweiz gebe es ein großes Besucherinteresse.

„Die Buga geht mit kräftigem Rückenwind in die zweite Halbzeit“, ist Wolf überzeugt. Der Minister betont bei der Halbzeit-PK vor allem auch den Stellenwert der Buga für die Stadt Heilbronn: „Die Gartenschau wird auf Jahre und Jahrzehnte spürbar bleiben.“ Das höchste Ziel einer Buga sei nicht der kurzfristige Erfolg, sondern der in Gang gebrachte Stadtentwicklungsprozess.

Mehr Selbstwert der Heilbronner

Im Halbzeit-Resümee von Oberbürgermeister Harry Mergel zählt, dass sich „die Wahrnehmung von Heilbronn nach innen und außen deutlich positiv verändert hat.“ Die Buga habe den Heilbronnern ein neues Selbstwertgefühl gegeben: „Die Identifikation der Bevölkerung mit der Veranstaltung ist enorm.“

Einen Schlüssel für den Besuchererfolg sieht der OB im Festivalcharakter: „Die Gartenschau ist ein kulturelles Schaufenster der Region.“ 3500 Veranstaltungen hat es bisher gegeben. Vor allem die Konzerte und Wasserspiele sind ein wichtiger Anreiz, lautet das Ergebnis einer Befragung unter bislang 600 Gästen. Vier Fünftel der Besucher wollen wiederkommen.

Wetter als Risiko

Das Wetter ist eines der großen Risiken. Nach einem guten Start im April kam der zweitkälteste Mai, gefolgt vom heißesten Juni. „Wetterrisiken werden steigen und bei der Planung künftiger Gartenschauen eine größere Rolle spielen“, erklärt Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft.

OB Mergel deutete zudem finanzielle Risiken an wie Preissteigerungen im Baubereich und bei Personaldienstleistern. Das Buga-Budget wurde 2012 festgelegt. Zusätzlich hat der Gemeinderat einen Puffer von 9,4 Millionen Euro gesetzt.

 

Leichtigkeit

Ein Kommentar von Bärbel Kistner

Die Zahlen zur Halbzeit der Bundesgartenschau zeigen: Das Konzept geht auf. Die Heilbronner sind überwiegend begeistert von ihrer Buga und entdecken ganz neue, leichte Seiten an ihrer oft geschmähten Stadt. Die hohe Zahl an verkauften Dauerkarten sind ein zuverlässiger Indikator dafür, dass die Buga weit mehr ist als eine Blumenschau. Große und kleine Veranstaltungen sind ein extra Anreiz für Besucher vor allem am Abend auf die Buga zu strömen. Konzerte, Theater und Wasserspiele machen das Buga-Areal zum Festivalgelände für ein neues, großes Sommermärchen in der Region. Wer auf die Buga kommt, fühlt sich in einer anderen Welt.

Gleichzeitig hat die Kombination aus Gartennschau und Stadtausstellung dazu beigetragen, dass in Heilbronn in nie gekannter Intensität über Stadtentwicklung und urbane Dichte diskutiert wird. Eine Buga kann nicht alle Zukunftsfragen lösen, aber diese Buga versucht Antworten zu finden, wie Städte in naher Zukunft aussehen müssen, damit sie in Zeiten der Klimaerhitzung noch lebenswert sind. Wenn die Buga endet, wird das Grün der temporären Ausstellungsflächen verschwinden. Deshalb sollten die Heilbronner die verbleibenden 87 Tage vor allem genießen − um sich danach dafür stark zu machen, dass etwas Neues entsteht, in dem der Geist der Buga weiterlebt.

 

2019-07-17T09:08:03+02:00