2019-06-11 // 09:50 Uhr // Heilbronn // Von Carsten Friese

An Pfingsten strömen Tausende Besucher aufs Buga-Gelände und verbreiten vielerorts wieder entspannte Stimmung. Impressionen zwischen Chili-Kürbiskernen zum Probieren und Strandkorbfeeling im Rosengarten.

Die Besuchermassen strömen am Pfingstsonntag und nehmen die Buga in Beschlag. Tausende Gäste haben das warme, aber nicht heiße Wetter zum Ausflug in die große Welt der Bundesgartenschau genutzt. Es werden keine Rekordwerte. Aber: 60.000 Besucher kommen am Pfingstwochenende, der Sonntag ist mit 24.000 Gästen der stärkste Tag. Bei knapp unter 700 000 Besuchern liegt die Buga nach nicht ganz zwei Monaten. „Wir sind absolut im Korridor und natürlich zufrieden“, sagt Sprecherin Suse Bucher-Pinell am Sonntag.

An der Bühne „Schaufenster der Region“ präsentieren regionale landwirtschaftliche Erzeuger ihre Waren. Mit Wein und Kürbiskernen in den Geschmackssorten Chili, Zartbitter, gebrannt oder Weiße Schokolade ist das Lauffener Weingut Seybold vor Ort. In Probierschälchen hat Christian Seybold die Kürbiskerne angerichtet. Vor sieben Jahren hat er mit dem Nischenprodukt angefangen, war schon auf der Grünen Woche in Berlin. Inzwischen kämen auch Kunden von weit her angereist, erzählt er. Es gebe in Deutschland nur ein, zwei Betriebe, die dies machen. „Die salzigen und die gebrannten Kürbiskerne gehen am besten.“

Minziges Thai-Basilikum probiert ein Buga-Gast am Stand der Solidarischen Landwirtschaft Zabergäu. „Mal was anderes“, sagt er. Blauen Kürbis, Ananaskirschen, Wunderbohnen oder mexikanische Gurken gibt es hier. „Einige Gäste haben schon für den Heimweg etwas reserviert“, freut sich Stefanie Wolf. Helferin Annemarie Wolf schwärmt von den ungespritzten, naturnahen Feldern, auf denen es eine Vielfalt an Tieren und Schmetterlingen gebe: „Eine Augenweide.“

Genuss im Strandkorb

Das Sonnendeck des Buga-Fahrgastschiffs ist um 11.30 Uhr schon proppenvoll. Die Tische der Reederei Schwaben sind eine halbe Stunde später innen und außen alle besetzt. Die Menschen wirken trotz der vielen Gleichgesinnten entspannt. Feiertag. Gutes Wetter. Viel Interessantes zu sehen.

Einen Strandkorb haben Annemarie und Yvonne Weber im Rosengarten ergattert, genießen dort ein Glas Aperol Spritz. Die Mutter aus Bad Waldsee ist bei ihrer Tochter in Heilbronn zu Besuch, erkundet das Gelände. Zu voll? „Das verteilt sich doch.“ Ihr gefällt die Buga, die direkte Nähe zur Stadt, die Seen, die Blumenschauen, der Rosengarten, der Wall, die Bootsfahrt. „Es ist richtig toll.“

Der Karlsseestrand ist wieder belagert von Familien. Einige Kinder baden, andere bauen Sand- und Matschburgen, Eltern sitzen barfuß auf Liegestühlen. Auch am Samstag waren Kinder hier in ihrem Element. Für ihre Enkel haben die Brackenheimer Wilfried und Irmgard Rank extra Badesachen und ein großes Handtuch mitgebracht, Valerie (10) und Marlon (5) genießen die Badefreuden im Wasser – obwohl es laut einem Schild eigentlich nicht erlaubt ist. „Das ist wie im Urlaub“, findet Wilfried Rank. Und als Dauerkartenbesitzer wisse er ja, was man hier benötige. Beim letzten Mal hatten sie keine Badesachen dabei – da waren die Kleider der Kinder patschnass.

Die Buga wird zuweilen zum großen Familientreffen. Auf einer Wiese im Inzwischenland sitzen mehrere Generationen um eine große Decke, haben darauf Melonen, Maiskolben, Mango, Erdbeeren, Karotten und Kirschen aufgetischt. Aus Reutlingen, Schwäbisch Hall, Karlsruhe, Bad Friedrichshall und Sendenhorst in Nordrhein-Westfalen kommen sie, haben sich hier vereint. Bei lauter gesunden Sachen. „Ja – sieht man mir an, dass ich schon 130 Jahre alt bin?“, fragt Opa Rolf – und kann sich ein spitzbübisches Lachen nicht verkneifen.