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Bauern geben auf der Buga Einblicke in ihre Arbeit

2019-07-02 // 07:57 Uhr // Heilbronn // Von Reto Bosch

Beim WTZ-Turm sind viele Facetten der Landwirtschaft zu sehen. Gemüseanbau ist genauso vertreten wie Getreide und Obst. Bevor die Pflanzen wachsen konnte, war allerdings viel Arbeit nötig.

Ein Querschnitt durch die Landwirtschaft der Region: Am Nordende des Buga-Geländes informieren die Bauern über ihre Arbeit, ihre Produkte, über die Unbilden des Wetters, mit denen sie zurechtkommen müssen. „Die Resonanz ist bislang sehr gut“, sagt Helmut Eberle, Vize-Vorsitzender des Kreisbauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg. Getragen werden Schaufläche und Aktionen vom – teilweise unentgeldlichen – Einsatz vieler Helfer.

Traktor dient als Blickfang

Ein hellgrüner Traktor dient als Blickfang, um die Besucher in die Landwirtschaftsecke beim WTZ-Turm zu locken. Was erwartet sie dort? Auf einem Rundweg geht es vorbei an Getreide, Kartoffeln, Mais. Natürlich sind auch dem Gemüseanbau und den Zuckerrüben kleine Ackerflächen gewidmet. Überall stehen kleine Tafeln mit den wichtigsten Informationen. Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau hat eine Obstanlage aufgebaut, Himbeeren und Kirschen erröten dort bis zur Erntereife. Aber auch seltenere Pflanzen wie Soja, Amarant oder Schlafmohn wachsen und gedeihen.

„Unser Ziel ist, die vielen Facetten der heimischen Landwirtschaft mit ihren Besonderheiten zu zeigen“, erklärt Helmut Eberle. Um nicht nur zeigen, sondern auch erklären zu können, opfern viele Bauern ihre Wochenenden und zeigen Präsenz. „Vom Kreisbauernverband sind das bestimmt 50 bis 60 Personen während der Buga-Zeit“, meint Eberle. Donnerstags und freitags sind Helfer des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg (LTZ) vor Ort. Von Montag bis Mittwoch bleibt die Anlage unbesetzt. „Das können wir personell und finanziell nicht stemmen“, sagt Eberle.

Gute Zusammenarbeit der Beteiligten

Simone Kretz vom LTZ betont die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten aus Landwirtschaft, von Verwaltung und Verbänden. Für viele Bereiche sei es gelungen, Akteure aus der Praxis zu gewinnen. Die Kerns von der Ölmühle Erlenbach, die Schmolls aus Brackenheim-Hausen zum Thema Linsen sind da nur Beispiele. Beim Gemüsebau engagiert sich die Staatsschule für Gartenbau. Dass die vielen Pflanzen überhaupt wachsen können, ist keine Selbstverständlichkeit. Mit Grausen denkt Eberle an den Zustand des Geländes zurück: steiniger Boden, kaum Humus. Viele Arbeitsstunden waren nötig, bis gesät und gepflanzt werden konnte. Alles in allem, sagt Kretz, stecken rund 100 000 Euro in dem Gelände. Finanziert habe das das Landesagrarministerium.

Enormer Temperaturanstieg wird dokumentiert

Es geht auf der Buga aber nicht nur um landwirtschaftliche Produkte, sondern auch um die zunehmenden Wetterextreme, die den Bauern das Leben schwer machen. Ein großes Schaubild demonstriert den enormen Temperaturanstieg der vergangenen Jahre. Damit und mit Trockenheit, Starkregen und zunehmendem Hagel müssen die Landwirte umgehen.

Schutz bieten zum Beispiel die Hagel- und Sonnennetze, die die LVWO aufgestellt hat. Aber: Aufwand und Kosten sind hoch. Zu sehen sind auch technische Lösungen wie die wassersparende Tröpfchenbewässerung.

Bis zum Ende der Buga vergehen noch mehr als drei Monate. In dieser Zeit wechselt auch das Bild auf Feldern und Wiesen. Ein Spiegelbild davon soll auch die Buga-Fläche sein. Getreide wird gedroschen und von Zwischenfrüchten ersetzt. Reifes Gemüse wird geerntet. Ziel ist, die Besucher zu jeder Zeit auch mit blühenden Pflanzen begeistern zu können. „Eine große planerische Herausforderung“, meint Simone Kretz. Schließlich geht es darum, einen Querschnitt durch die Landwirtschaft der Region zu zeigen.

Auf unserer Webseite Buga aktuell finden Sie weitere Informationen über die Heilbronner Bundesgartenschau 2019 und Hintergrundberichte. Dazu gibt es 360-Grad-Rundgänge über das Gartenschau-Gelände und Vorher/Nachher-Aufnahmen von der Entstehung der Buga.

 

2019-07-04T10:49:46+02:00