Blick eines Künstlers auf die Buga-Baustelle

2018-08-26 21:13:00 // Heilbronn // Von Bärbel Kistner

Der Berliner Fotograf Christian von Steffelin dokumentiert in Heilbronn den Wandel von der Industriebrache zum Buga-Gartenschaugelände.

Der sonnige Sommer hat Christian von Steffelin von Heilbronn ferngehalten. Der Berliner Fotograf mag, wie die meisten Fotokünstler, lieber bedeckten Himmel statt grellem Sonnenlicht. Vier bis fünf Mal pro Jahr kommt von Steffelin nach Heilbronn, um im Auftrag der Städtischen Museen auf dem Buga-Gelände zu fotografieren.

Seit 2015 läuft das Projekt, bei dem es ganz bewusst nicht nur um dokumentarische Fotos geht, sondern vor allem um den Blick des Künstlers. „Die Grenzen sind fließend“, sagt Museumskuratorin Kerstin Skrobanek.

Langzeitprojekt

Mit dem Langzeitprojekt, das mindestens bis zur Gartenschaueröffnung dauert, sollen Bilder entstehen, die die jüngste Heilbronner Geschichte speichern: den Wandel der Industriebrache und des Fruchtschuppenareals zu einem Grüngelände und zum Wohngebiet Neckarbogen. 100 Bilder bekommt das Museum pro Jahr. DieSchau im Deutschhof zeigt eine Auswahl von 40 Arbeiten. Während der Buga ist eine umfassende Ausstellung auf dem Gelände geplant.

Wenn der 54-Jährige auf dem Gelände ankommt, geht er „erst mal kreuz und quer“ über das 40 Hektar große Buga-Areal, hält Ausschau nach Orten, an denen das Licht schön ist. „Das ist wie ein Stadtspaziergang“. Zwei Tage ist er in der Regel in Heilbronn, und an einem seinem zweiten Tag haben sich die Lichtverhältnisse meist verändert. Das biete ihm immer wieder neue Perspektiven.

Etwas zu fotografieren, das ganz neu entsteht, sei für ihn eine große Freude. Bei den meisten seiner bisherigen Projekte wurde der „Vorzustand entfernt, „und es blieben nur ein paar Schautafeln übrig“.

An der Buga gefällt ihm die Idee, dass mit dem Entwurf dem ursprünglichen Hafengelände Rechnung getragen wird und dass „aus einer Brache und Wüste eine neue Landschaft herauswächst“.

Künstler sieht anders

Der technische Leiter der Buga, Berthold Stückle, findet es „super“, dass ein künstlerischer Fotograf die vielen, dokumentarischen Aufnahmen ergänzt. „Ein Künstler sieht ganz andere Dinge als wir“. Die Fotografien zeigen die besonderen Strukturen und Geländeformationen, das Spiel mit Licht und Schatten im Innern der ABX-Halle, ein vom Kalk weißer Bagger oder die neue Kletterwand wirken wie Skulpturen.

„Ich mag die Klammern von der Vergangenheit zur Zukunft“, erklärt der Fotograf seinen Ansatz. Buga-Mann Stückle hat eine Idee, wie sich das Langzeitprojekt verlängern ließe: Von Steffelin könnte nach dem Ende der Buga „die Transformation der Transformation“ fotografisch begleiten. Also den Rückbau derjenigen Gartenschau-Flächen, die nach 2019 überbaut werden sollen.

Ausstellung

Bis Sonntag, 9. September, läuft die Schau im Museum im Deutschhof. Während der Buga soll es eine große Ausstellung auf dem Gelände geben.

2018-08-27T11:37:04+00:00