Buga-Kirchenbeitrag im Zeichen der Löffelblume

2019-01-27 // 16:10:00 Uhr // Heilbronn // Von Kilian Krauth

„Gottes Garten“ der Kirchen auf der Heilbronner Bundesgartenschau wird vom Künstler Peter Riek verfeinert

Unter dem Motto „Leben schmecken“ machen die Kirchen während der Bundesgartenschau Appetit auf einen Abstecher in ihren 1000 Quadratmeter großen „Gottes Garten“ – und zwar mit einem ebenso poetisch wie praktisch anmutenden Logo: einer Löffelblume. Eingefräst in Holz findet sich das Motiv bereits an zwei Gesprächsboxen, die im Eingangsbereich der Kilianskirche sowie im Foyer des Gemeindehauses von St. Peter und Paul stehen.

Vieldeutiges Symbol und Essenswerkzeug

Entworfen hat das verschlungene Blumensymbol Peter Riek, Künstler und Partner des ökumenischen Projektes „Kirche auf der Buga 2019“. „Der Löffel passt bestens zum Thema Leben schmecken“, erklärt der Kreative. Das Essenswerkzeug sei aber auch ein spannendes Symbol. So schenke man etwa neuen Erdenbürgern zur Taufe einen Löffel mit eingraviertem Namen und schon zur Zeit der Bauernkriege versinnbildlichte er Freiheit und Eigenständigkeit. „Und irgendwann geben wir umgangssprachlich den Löffel ab.“

 

Planerin aus Bad Friedrichshall

Dem Motto „Leben schmecken“ hat die Bad Friedrichshaller Landschaftsarchitektin Cornelia Biegert schon eine gärtnerische Gestalt gegeben. Mit dem Grundausbau sei „die Basis für einen Ort geschaffen, der die Themen Schöpfung und Ernährung aufgreift und der Symbole der Kirche nutzt, damit Menschen still oder lebendig, alleine oder in Gruppen Kraft und Impulse für ihr Leben finden“, erklärt die Planerin. Zwei wesentliche Elemente seien ein Vegetationsband um das Gelände sowie das Kreuz-Symbol. Hinzu kommen 1700 Pflanzen sowie zwei Wege, die ein asymmetrisches Kreuz bilden und den spirituellen Garten barrierefrei erschließen.

Mobiliar mit jeder Menge Symbolkraft

Auch das Mobiliar hat Symbolkraft: Eine lange Holztafel zum gemeinsamen Essen oder Gespräch, eine Wasserschale aus Cortenstahl, die ein Ort der Meditation und ruhiger Unterhaltung sein kann, sowie eine Glocke. Hinzu kommen skulpturale Objekte, wie eine interaktive Orgelpfeifen-Installation oder die vier Meter hohe Löffelskulptur des Karlsruher Bildhauers Hans Wetzl. Peter Riek stellt zudem eine Tafelwand, auf der Wünsche geschrieben oder angebracht werden können. Nicht zu vergessen: Bänke und Hocker, Pflanztröge, ein Portal, der Glockenturm sowie eine Kerzenwand mit farbigen Gläsern als Anspielung an die Farbigkeit von Kirchenfenstern. Und natürlich werden ab Eröffnung der Bundesgartenschau am 17. April die beiden Gesprächsboxen ebenfalls im Kirchengarten stehen.

„Der Kirchengarten ist wie die Gartenschau selbst ein temporäres Ereignis“, sagt Riek. Deshalb würden die meisten Elemente des Kirchengartens aus vergänglichen Schichtholzplatten gefertigt: natürlich, kostengünstig und rückstandslos, „ganz im Sinne der Schöpfung“. Im Garten selbst sieht er – mitten im bunten Buga-Treiben – einen Verweilort, „wie eine Kirche soll er mitten im Alltag Stille erzeugen“.

2019-01-29T14:47:19+00:00