2019-09-30 // 10:55 Uhr // Heilbronn // Von Bärbel Kistner

Mit 2,2 Millionen Besucher hatte man gerechnet, jetzt werden es wohl 100.000 mehr werden. Gerade zum Ende hin sind die Besucherzahlen nochmal kräftig angestiegen, freut sich Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas. 

OB: Katalysator für die Stadtentwicklung und ein Gesamtkunstwerk

Nicht nur Faas ist glücklich, dass das Experiment geglückt ist. Für Oberbürgermeister Harry Mergel ist die Buga der Katalysator für die Stadtentwicklung und ein Gesamtkunstwerk. Mergel ist begeistert vom Sommermärchen, und dass die Besucher „einen unglaublich schöne Festivalatmosphäre“ haben entstehen lassen. Die Buga habe das Jahr 2019 „für uns und unsere Stadt zu einem ganz besonderen gemacht“.

Buga-Zahlen

173 Tage lang wurde auf 40 Hektar einstigem Brachland Gartenbau in Verbindung mit nachhaltiger Architektur präsentiert.

In die dauerhafte Entwicklung des Geländes sind 140 Millionen Euro investiert worden; 50 weitere Millionen Euro kostete die eigentliche Gartenschau. Die Stadt Heilbronn wird laut Faas maximal zehn Millionen Euro zuschießen.

Auf dem Areal sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre Wohnungen für 3500 Menschen sowie 1000 Arbeitsplätze entstehen.

Für Jochen Sandner, Geschäftsführer der Bundesgartenschaugesellschaft, hat die Heilbronner Gartenschau die richtigen Antworten auf Zukunftsfragen: „Die Buga war an Nachhaltigkeit orientiert.“ Doch auch die gärtnerischen Beiträge hätten von den Besuchern „Bestnoten“ erhalten.

Hochzufrieden mit dem Besucherinteresse sind auch die Vertreter der Kirchen. Im ökumenischen Kirchgarten im Inzwischenland haben 600 Veranstaltungen stattgefunden. 200 Ehrenamtliche haben sich dort engagiert.

Auf der Buga habe man am Ende an 173 Tagen zeigen können, wofür Kirche steht, sagt Projektleiter Peter Seitz.

Ein Ziel hat die Buga verfehlt: 60 Prozent und nicht wie erhofft nur die Hälfte der 2,3 Millionen Besucher kommt mit dem eigenen Auto. Und statt einem Viertel nutzen nur 18 Prozent öffentliche Verkehrsmittel, obwohl es attraktive Kombi-Tickets gibt. Das ist eines der wenigen Ergebnisse, über das Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas zum Abschluss enttäuscht ist.

Besucher sind zufrieden

Die meisten anderen Zahlen geben reichlich Anlass zum Strahlen. Die für den den Buga-Chef wichtigste Frage, die bei den drei großen Besuchererhebungen gestellt wird, lautet: „Sind Sie insgesamt zufrieden?“ 99 Prozent der Besucher in Heilbronn haben sich zustimmend geäußert. Die Zahl der richtig Unzufriedenen sei so gering, dass sie für die Statistik unerheblich sei. Fast alle – 97 Prozent – haben angegeben, dass sie die Bundesgartenschau ihren Freunden und Bekannten weiterempfehlen.

Eine Dauerkarte kam 145 Mal zum Einsatz

Die Dauerkarten spielen bei der Buga eine herausragende Rolle. Mit 94 837 verkauften Dauertickets wurden die Erwartungen weit übertroffen. Sogar am 20. September sei noch eine Dauerkarte verkauft worden, berichtet Faas. 152 Mal wurde bisher die am häufigsten genutzte Dauerkarte eingesetzt. Der Inhaber hat damit nur wenige der 173 Tage verpasst. Knapp 40 Dauerkarteninhaber kamen mehr als 100 Mal auf die Buga.

Guter September, kalter Mai

Nicht zu toppen sind die 47 000 Besucher am 14. September, dem Tag mit der langen Nacht der Wasserspiele. „Die besucherstärksten Tage liegen alle im September“, freut sich Faas über die Zahlen zum Ausklang. Die schlechtesten Tage – vielfach mit nur vierstelligen Zahlen – liegen in dem ungewöhnlich kalten Mai.

Blumen und Events ziehen Besucher an

Was zieht Besucher auf eine Buga? Auch bei den Befragungen in Heilbronn steht das Erlebnis von Pflanzen an erster Stelle. Doch auch das Konzept mit mehr als 5000 Veranstaltungen geht auf – und wird von den Besuchern geschätzt. Platz drei gehört den Wasserspielen. 91 Mal werden die fünf Shows bis zum Ende gezeigt. „Bei einem Schnitt von 4000 Zuschauern kommen wir auf fast 400 000 Wassershow-Besucher“, sagt Faas. Für den Gesamteindruck der Schau seien die 24 Skulpturen im Gelände von großer Bedeutung.

700 Hektoliter Wein

Weitere Zahlen sorgen für frohe Mienen: Geschätzte 800.000 Buga-Gäste haben das Shuttleschiff genutzt. Und: 700 Hektoliter Wein wurden ausgeschenkt: „Das habe ich anderswo noch nie erlebt, dass Menschen mit dem Weinglas in der Hand über das Gelände flanierten“, sagt Faas. „Der Bereich zwischen Sparkassenbühne, Wein-Villa und Karlssee war am Abend eine Art Bermuda-Dreieck.“

Faas ist überzeugt, dass Heilbronn auch als touristische Destination entdeckt werden wird. 56 Prozent seien zwar nur wegen der Buga angereist. „75 Prozent sagen, sie wollen wiederkommen.“

Gastronomie besser als der Ruf

Die vor allem an Anfang viel gescholtene Gastronomie sieht Faas durch die Besucherbefragung ein Stück weit rehabilitiert: „Im Vergleich zu anderen Gartenschau-Standorten hat Heilbronn gut abgeschnitten.“