• Holzhochhaus der Buga

Das höchste Holzhochhaus Deutschlands wächst

2018-08-16 11:10:00 // Heilbronn // Von Bärbel Kistner

Im neuen Heilbronner Stadtteil Neckarbogen entsteht zurzeit das bislang höchste aus Holz gebaute Haus in Deutschland. Mit dem „Skaio“ betritt die Stadtsiedlung Neuland im Wohnungsbau.

34 Meter oder zehn Stockwerke hoch wird sich das Gebäude der Stadtsiedlung in den Himmel von Heilbronn schrauben. Zumindest eine Zeit lang wird es das höchste Holzhochhaus bleiben, weitere Projekte stehen aber bereits in den Startlöchern.

Mittlerweile ist es üblich, besonderen Gebäuden Namen zu geben. Das Hochhaus im Neckarbogen heißt Skaio, abgeleitet vom englischen Wort „sky“ für Himmel.

Der Geschäftsführer der Stadtsiedlung, Dominik Buchta, freut sich über das Alleinstellungsmerkmal auf Zeit, das sehr viele Besucher und Interessierte der Fachwelt nach Heilbronn locken wird. „Das Skaio ist ein Leuchtturmprojekt für den Neckarbogen mit viel Strahlkraft“, betont Buchta. „Unser Anspruch war es dabei aber nicht, das höchste Holzhochhaus zu bauen.“

Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit

Vielmehr soll das Skaio Maßstäbe setzen in Sachen Nachhaltigkeit: Alle Materialien des Gebäudes sollen zerlegbar, recyclebar oder wiederverwendbar sein. „Cradle to Cradle“ nennt sich das Prinzip, alle verwendeten Rohstoffe in den Kreislauf zurückzuführen. „Das wird bei Skaio möglich sein“, versichert Stadtsiedlungs-Projektmanager Wolf-Dieter Sprenger.

Ein Hochhaus ist kein Blockhaus, und aufgrund der Höhe ist das Gebäude im Neckarbogen ein Hybridhaus aus mehreren Materialien. Das Treppenhaus und das Sockelgeschoss sind aus Beton. Es gibt Stützen, Träger und Konsolen aus Stahl. „Architektur und Statik setzen Grenzen“, erklärt Projektleiter Dieter Trabert. „Wir wollen überwiegend Holz nutzen, aber der Werkstoff ist nicht für alles geeignet oder sinnvoll“, ergänzt Stadtsiedlungschef Buchta, der auch die Wirtschaftlichkeit im Blick hat.

Die sichtbaren Grenzen bei der Verwendung von Holz setzt vor allem der Brandschutz. Aus diesem Grund wird das Skaio von außen auf den ersten Blick auch nicht als Holzgebäude zu erkennen sein. Da eine Holzverkleidung Feuer fangen könnte, musste sich das Berliner Architekturbüro Kaden + Lager für eine Alternative entscheiden: Die Außenhülle besteht aus Aluminiumplatten. Im Innern soll dagegen möglichst viel Holz zu sehen sein, etwa bei den Decken und Wänden zur Außenseite hin.

Das Skaio ist kein reines Holzhaus

Dass es sich beim Skaio um einen Holzhybridbau handelt, darauf legt die Heilbronner Feuerwehr großen Wert. „Ein reines Holzhochhaus wäre so nicht genehmigungsfähig“, betont Kommandant Eberhard Jochim, der viele Nachfragen von Kollegen hatte. Zu den Besonderheiten beim Brandschutz gehört eine Sprinkleranlage und eine Druckbelüftung fürs Treppenhaus. Wegen vieler Detailfragen ist der Brandschutz aufwendig und die größte Herausforderung für die Planer. „Die Behörden machen sehr gut mit“, ist Buchta erleichtert.

Die Abstimmungen für das Pilotprojekt haben auf den Zeitplan gedrückt. Ursprünglich sollten die ersten Mieter bereits 2018 einziehen. Jetzt rechnet die Stadtsiedlung damit, dass die Wohnungen erst im März 2019 bezugsfertig werden.

Auf der Baustelle an der Paula-Fuchs-Allee wird mit Hochdruck im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Zimmerleute montieren die in den Fabrikhallen von Züblin Timber im bayerischen Aichach vorgefertigten Bauteile. Ein konventionell gebautes Hochhaus wäre in den verbleibenden sieben Monaten bis zum Beginn der Bundesgartenschau nicht zu realisieren.

2018-08-27T11:16:37+00:00