2019-07-12 // 09:44 Uhr // Heilbronn // Von Carsten Friese

Für manche Besucher ist er verwirrend, für andere ein guter Wegweiser: Wie gut hilft der Geländeplan mit bunter Übersichtskarte und mehr als 150 Nummern und Zeichen dabei, sich auf dem weitläufigen Areal zurechtzufinden?

Er ist das wohl meistgenutzte Utensil auf der Buga, und immer wieder sieht man Besucher leicht über ihn gebeugt: der Geländeplan mit der bunten Übersichtskarte und den mehr als 150 Nummern und Zeichen samt Erklärungen am Rand. Doch hilft er den Besuchern auch wirklich, sich gut zurechtzufinden auf dem weitläufigen Areal? Unsere Umfrage bei Buga-Gästen zeigt, dass der Umgang mit dem Kartenwerk hilfreich, aber nicht ganz so einfach ist.

Auf den ersten Blick markieren Alt-Neckar, Karlssee und Floßhafen das Gelände. Die drei Eingänge sind gut erkennbar, die Gartenwelten und der Inzwischenwald als Lupen mit Details vergrößert. Doch wer sich mit den vielen bunten Farben und Zahlen zurechtfinden will, muss schon mal intensiver zwischen Karte und Erklärteil hin- und herspringen.

Man muss schon genau auf dem Plan nachsehen

Es gibt eben viel zu entdecken. In der großen Karte stöbert gerade Mechthild Münch aus Koblenz. „Man muss schon genau gucken, damit man nichts verpasst, was einen interessiert.“ Auch ihre Bekannte Renate Schneider ist in die Karte vertieft. Nach zweieinhalb Stunden „kann man sich jetzt so ungefähr orientieren. Es ist schon sehr viel.“ Und vielleicht wäre es besser gewesen, die Quartiere besser hervorzuheben und Wege etwas deutlicher zu machen, findet sie. Die Buga in Koblenz vor ihrer Haustür hat ihnen etwas besser gefallen, sagen beide. Die Buga dort sei für sie etwas Besonderes, „ein Gefühl“ gewesen.

„Es ist schon ein bisschen verwirrend“, sagt der Steinheimer Tobias Keim zur Buga-Karte. Er verweist auf Hunderte Zahlen und hätte es besser gefunden, wenn man Erklärungen gleich dazugeschrieben hätte. Aber vielleicht hätte der Platz da nicht gereicht. Sonst komme man mit dem Plan aber gut zurecht. Ob er auf der Karte zeigen kann, wo er sich gerade befindet? Volltreffer, am Strand des Karlssees. Sein Motto ist eh, spontan über das Gelände zu laufen und dann in der Karte zu schauen, wo man gerade ist.

Die Beschriftung des Plans findet sich nicht auf dem Gelände wieder

Aus Hockenheim ist Johannes Brückner angereist. Er kommt mit der Karte zurecht, seine Frau findet manche Zahlen indes schlecht lesbar. „Man muss sich schon orientieren können. Wenn man nicht weiß, an welchem Wasser man ist, hat man ein Problem“, sagt Brückner. Die Karte müsse man sich eben genauer ansehen. „Auf den ersten Blick geht es nicht.“ Der große Spielplatz am Karlssee, die Gräberausstellung und das stark vom Landschaftsbau gestaltete Gelände gefallen dem Hockenheimer gut. Es sei sehr kleinteilig. „Man sieht viel.“ Etwas mehr Schilder hätte er sich allerdings auf dem Weg von der Autobahn zum großen Buga-Parkplatz gewünscht.

In die Karte vertieft ist Sigrid Doppler aus Landau (Pfalz) in der Mittagspause. „Es ist schon etwas schwierig, sich durchzukämpfen“, sagt sie. Sie hätte es zur Orientierung besser gefunden, wenn die Zahlen in der Karte auch auf dem Gelände auf Schildern auftauchten. Auch sie läuft spontan über das Gelände und schaut dann nach, wo man im Plan eigentlich ist.

Am Container der Bugafreunde mit dem Bollerwagenverleih liegen viele Bugapläne aus. Täglich erkläre man Besuchern an einer großen Wandkarte, wo sie jetzt stehen, wo die Highlights sind, erzählen Annette Rueff und Karin Wahl. Und wenn die Gäste eine Orientierung hätten, „finden sie sich in der Karte ganz gut zurecht“. Ganz wichtig seien auch Infos über die Abfahrtszeiten für das Shuttle-Boot. Am Ende seien die Gäste für die Hilfe „richtig dankbar“.

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Vogelperspektive

Die Gruppe Sepia Heilbronn hat den Buga-Flyer mit der großen Geländekarte entworfen. Er hat eine Druckauflage von 1,3 Millionen Stück plus 20.000 Stück in englischer Sprache. Ziel ist nach Angaben von Buga-Sprecherin Suse Bucher-Pinell gewesen, eine 3D-Animation zu erstellen mit Blick aus der Vogelperspektive. Besucher sollten ein Gespür für die Erlebbarkeit des Geländes, eine gute Übersicht und Orientierung bekommen.

Die Karte steht auch als interaktiver Geländeplan digital auf der Homepage der Buga zur Verfügung. Mit dem Handy könne man sich „von A nach B bringen lassen“, erklärt die Buga-Sprecherin das besondere Navi-Angebot.