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Dieser Mann sorgt dafür, dass die Buga sauber bleibt

Wenn die Besucher um 9 Uhr auf das Buga-Gelände strömen, soll alles tipptopp aussehen: Dann haben Andreas Kühn und die sieben anderen Saubermänner ihre Kontrolltour abgeschlossen. Von Gänsekot, leeren Getränkeflaschen und umgefallenen Pflanzenkübeln ist dann keine Spur mehr.

Mit Tempo 25 auf dem E-Bike morgens um 6.30 Uhr übers Buga-Gelände brausen, im Gepäck Handy und Funkgerät und den Blick immer voll konzentriert auf jede Ecke gerichtet: Wenn Buga-Besucher um 9 Uhr langsam aufs Gelände strömen, hat der Geländeverantwortliche vom Dienst (GvD) wie Andreas Kühn schon eine gut dreistündige Kontrollfahrt hinter sich.

Ein Achter-Team wechselt sich ab, um bis zur Öffnungszeit das Gelände wieder tipptopp herzurichten. Und bei der Tour mit dem 46-jährigen Landschaftsarchitekten wird gleich klar: Es sind zig Sachen, auf die ein GvD achten und immer wieder auch selbst Hand anlegen muss.

Von einem „optimalen Zustand“ als Ziel spricht der schlanke Mann aus Regensburg, der schon bei Bugas in München, Koblenz oder der Landesgartenschau in Öhringen mitgearbeitet hat. Er checkt, ob die Tore verschlossen sind, die Auslassdrehkreuze quietschen oder sich schwer drehen lassen. Am Spielplatz im Campuspark prüft er die Kletterketten und die Aufhängung der Hängematten und Hängesitze. Nebenbei sammelt er Papierreste ein, prüft die Bodenfeuchte bei Kübelpflanzen und checkt, ob die WC-Reiniger alles ordentlich gemacht haben.

 

 

An großen umgekippten Pflanztrögen ist eher Radladerhilfe nötig

Ein Sturm in der Nacht auf Donnerstag hat einiges Laub zur Erde gewirbelt. Aber: Es sind keine Äste dabei, Kühn ist beruhigt. Am Karlsseestrand zückt er das Handy. Hier haben sich Nilgänse über Nacht getummelt, einige Kotbollen liegen im Sand. Kühn ruft Mitarbeiter an, die mit Schaufelhilfe alles entsorgen sollen. An der Stadtausstellung hat der Sturm drei mächtige Büsche in Pflanztrögen umgeblasen. Wieder zückt Kühn das Handy – Gärtner sollen zu dritt oder mit Radlader kommen, um die Tröge aufzurichten.

In engen Kurven tourt er durchs Inzwischenland, lässt den Blick über die Parzellen schweifen. Mal sammelt er eine leere Plastikflasche ein, mal prüft er, ob der große Salzblock der Salzwerke durch Regenwasser eventuell größere Risse bekommt und gesichert werden muss.

 

Müllmoral der Besucher: Die meisten sind ordentlich

 

Gegen 7 Uhr haben die Hausmeister die Mülleimer bereits geleert. Gerade kommt ein Mitarbeiter mit schwarzem Müllsack und Greifer vorbei, der auf einer Wiesenfläche Verpackungsreste aufsammelt. Wie es um die Müllmoral der Buga-Besucher bestellt ist? Kühn sagt, die meisten verhielten sich vorbildlich. Aber einige „schwarze Schafe, die Dinge einfach fallen lassen“, gebe es eben auch. Und wenn Krähen an windigen Tagen Müllsäcke zerreißen, müsse man auch mal schnell reagieren.

Mit dem Handy macht Kühn Fotos, zum Beispiel, wo es kleine Stolperfallen oder Mulden auf Spielplätzen gibt, die mit Splitt oder Feinkies wieder aufgefüllt werden sollen.

 

Ärger über Vandalismus im Rosengarten

Kurz danach im Rosengarten wird er sauer. An einem Strandkorb sind offenbar Halterungen gestohlen worden, das Korboberteil kann nicht mehr aufgerichtet werden. „Das ist das dritte Mal. Das ist ärgerlich und schade für die Besucher.“ Zumal nachbestellte Ersatzteile erst nach mehreren Tagen einträfen.

Selbst im Fahrradparkhaus sieht er nach, ob die Radpumpe für Besucher funktioniert. Nach zweieinhalb Stunden hat Kühn fast alles geschafft. „Ein ganz normaler Tag“, ist seine Bilanz heute. Er möchte alles gesehen haben und sich überzeugen, dass alles „in gutem Zustand ist“. Und manchmal sei die Tour auch wunderschön, wenn man bei aufgehender Sonne unterwegs ist.

Kuriose Sachen wie prall gefüllte Geldbeutel oder eine Tasche mit Goldbarren hat er noch nicht entdeckt. Das Herz ist ihm aber mal „fast stehen geblieben“, als er <%LINK auto=“true“ domain=“www.stimme.de“ id=“4186644″ type=“Artikel“ text=“nach dem ersten heftigen Sturm sah, wie es fast alle Schirme „zerlegt“ hatte.“ %> 

 

Bis zu zehn Kilometer kommen auf einer Kontrolltour am Morgen zusammen. Als Andreas Kühn gegen 9 Uhr erneut am Karlsseestrand vorbeifährt, sind die Gänseköttel weg und die Liegestühle einladend aufgeklappt. Er ist zufrieden. Die Gäste können kommen.

 

2019-06-10T14:10:01+02:00