Fassadenfest im Neckarbogen führt hinter die Kulissen

Das vorletzte Baustellenfest in der Stadtausstellung Neckarbogen lockt trotz der Hitze viele Besucher an.

Andreas Kinereisch hat ein Metermaß mitgebracht. Der Familienvater nutzt das Fassadenfest im Neckarbogen, um seine neue Wohnung auszumessen. Am 15. September wird die dreiköpfige Familie einziehen in das Gebäude H5 der Stadtsiedlung. 876 Euro Warmmiete kostet die geförderte Wohnung, 75 Quadratmeter groß, mit Tiefgaragenplatz.

„Das ist für uns ein Sechser im Lotto“, strahlt der Stadtsiedlungsmieter. Seit Jahren hofft er auf eine größere Wohnung und kann sein Glück kaum fassen, zu den ersten Bewohnern des neuen Stadtteils zu gehören. Alle 15 Mietwohnungen, auch die ohne Förderungen, sind bereits vermietet.

Soziale Durchmischung erwünscht

Im Gebäude der Stadtsiedlung wird der neue Stadtteil dem von Oberbürgermeister Harry Mergel bekräftigten Anspruch an die soziale Durchmischung gerecht. Beim kommunalen Wohnbauunternehmen liegt die Quote geförderter Wohnungen im Neckarbogen bei mindestens 30 Prozent.

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Mergel lobt bei dem Baustellenfest noch einmal „die mutige Entscheidung des Gemeinderats“, mit den Neckarbogen-Grundstücken nicht so viel Geld wie möglich verdienen zu wollen, sondern den begehrten Grund und Boden nach Konzept und Idee zu vergeben. Das hat auch bei den Fassaden Vielfalt garantiert. „Die Architektur der Stadt wird durch den Neckarbogen neu bewertet werden“, betonte der OB.

Neugier bei den Bürgern

Einige hundert Besucher sind gekommen, ohne die brütende Hitze wären es noch mehr gewesen. Die Neugier in der Stadt ist groß auf die neuen Häuser. Die Investoren boten Führungen in die Wohnungen und auf einigen der Dachterrassen – exklusive Ein- und Ausblicke. Bei der Baugruppe Apollo gab es Kaffee und Kuchen.

Offen für die Besichtigung stand auch die neue Jugendherberge. Im Oktober werden die ersten Gäste dort übernachten. Vor allem zur Bundesgartenschau gibt es schon viele Buchungsanfragen. Beim Inklusionscafé Samocca im Baufeld I beginnt in diesem Monat der Probebetrieb.

Einige Gebäude befinden sich noch im Rohbau

Ob es der schönste Stadtteil Heilbronns werden wird, wie zum Beispiel Immobilienfachmann Martin Werner meint? „Die meisten Heilbronner sehen das Projekt positiv“, meint Besucherin Iris Matteis, die beim Fassadenfest zu den Neugierigen gehört, die durch die Gebäude stapfen, einige davon noch im Rohbau.

Wohnen wollte sie allerdings nicht im Neckarbogen. „Zu dicht und zu eng“ sind ihr die Häuser, es fehlt ihr an Gemütlichkeit. Uneingeschränkte Begeisterung hat sie für die Bundegartenschau: „Und meine Dauerkarte längst in der Tasche.“

2018-07-30T14:05:41+00:00