Gasthaus Ochsen macht sich fit für die Buga

2019-03-03 // 11:52:00 Uhr // Heilbronn // Von Claudia Kostner

Heike und Michael Einkörn führen das Cleebronner Gasthaus und Hotel Zum Ochsen in der vierten Generation. Auch mit Blick auf die Buga haben sie ihr Hotel von Grund auf renoviert.

Die Bundesgartenschau in Heilbronn war einer der Aspekte, neuen Wind ins Hotel zu bringen“, sagt Heike Einkörn. 2016/2017 haben sie und ihr Bruder Michael das Haus komplett umbauen lassen und viel Geld investiert. 13 moderne Zimmer stehen jetzt im Gästehaus des Cleebronner „Ochsen“ zur Verfügung.

„Die ersten Buchungen für die Buga gibt es schon“, freut sich die Chefin. Auch langfristig hofft sie auf einen Buga-Effekt. „Ich glaube, die Leute müssen erst einmal in die Region kommen, um zu sehen, wie schön sie ist.“

154-jährige Tradition

Stillstand gab es nie im Lauf der 154-jährigen Geschichte des Familienbetriebs. 1864 hat Heike Einkörns Urgroßvater Gottlieb Augus

t Gerstle die damalige Metzgerei in der Keltergasse gekauft oder eingeheiratet. „Das kann man nicht mehr genau nachvollziehen“, sagt die 42-Jährige. Die Wirtschaft kam wohl später hinzu.

Gottlieb August Gerstles Sohn Eugen führte den Betrieb zusammen mit seiner Frau Amalie weiter. Im Zweiten Weltkrieg diente der Gewölbekeller als Luftschutzraum für die Dorfbewohner. „Zwei Pferde lagen tot im Stall, den Leuten ist nichts passiert“, erzählt der heutige Seniorchef Hans Einkörn vom Beschuss durch die Franzosen.

Erweiterung nach Feuer

Aber nicht der Krieg war verantwortlich dafür, dass das Gebäude im eiskalten Winter 1943 völlig abbrannte. Es gab einen Schwelbrand in der Räucherkammer unter dem Dach. Doch Eugen Gerstle ließ sich nicht entmutigen: Er kaufte ein Nachbargrundstück dazu und baute alles wieder neu und größer auf. „Für die Vertäfelungen im Gastraum hat mein Vater das Holz aus dem Schwarzwald geholt“, erinnert sich seine Tochter Ingrid, die das Gasthaus nach der Hochzeit mit dem Stuttgarter Metzgermeister Hans Einkörn weiterführte und bis heute die gute Seele des Hauses ist.

In den 1970er Jahren wagte das Ehepaar einen großen Schritt. Es kaufte einen benachbarten Bauernhof, der sich als Erweiterungsfläche anbot: „Wir haben uns entschlossen, ein Gästehaus zu bauen“, berichtet Ingrid Einkörn. Dass bei dessen Bau Schlachthaus, Wurstküche und Kühlräume des bestehenden Gebäudes einbrechen, war nicht eingeplant. „Innerhalb von fünf Minuten war nichts mehr da, nur noch Schutt und Asche“, blickt die Seniorchefin zurück.

Die vierte Generation

Heike und Michael Einkörn sind die vierte Generation. „Als meine Tochter den Beruf ergriffen hat, haben wir wieder kräftig investiert“, sagt Hans Einkörn, der die Metzgerei noch bis 2007 geführt hat. Zum Beispiel habe man einen sündhaft teuren Induktionsherd angeschafft. „Das macht man nur, wenn man weiß, dass es weitergeht.“ Nach der Ausbildung zur Hotelfachfrau im Heilbronner Hotel Burkhardt und zur Köchin im „Adler“ in Botenheim ist Heike Einkörn voll eingestiegen. Bruder Michael ist ebenfalls Geschäftsführer, arbeitet aber hauptberuflich im Auto-Technik-Museum in Sinsheim.

„Wir haben ein sehr gut gehendes Geschäft mit vielen Stammgästen“, ist Heike Einkörn froh. Ins Gasthaus mit seinen 110 Plätzen könne man „in Arbeitskleidung ebenso kommen wie fürs feine Essen mit der Ehefrau“. Besonders stolz ist sie auf den früheren Fassweinkeller, den die Familie vor zwölf Jahren zu einem kleinen Festsaal umgebaut hat. „Inzwischen sind wir sowas wie eine Marktlücke, weil es kaum mehr schwäbische Wirtschaften gibt, die so viel selber machen“, sagt die Küchenchefin.

Treues Mitarbeiter-Team

Rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, viele davon in Teilzeit, sorgen dafür, dass in Gaststätte und Gästehaus alles rund läuft. „Viele sind seit Jahrzehnten dabei“, freut sich Heike Einkörn. Dass über Generationen hinweg die komplette Familie eingespannt war, ist selbstverständlich. „Man opfert sich für seine Gäste auf, hat eigentlich keinen richtigen Feier- oder Ruhetag“, erzählt die zweifache Mutter.

Und weil es ein Familienbetrieb ist, wurde auch das Hotel mit Augenmaß erweitert. Von zehn auf 13 Zimmer. „Es muss noch zu handhaben sein“, betont Heike Einkörn. Ihr Vater kennt das Rezept, weshalb sich der „Ochsen“ über vier Generationen gehalten hat: „Die Familie hat immer zusammengehalten. So funktioniert’s.“


Gute touristische Voraussetzungen in der Region

„Touristisch ist das Zabergäu auf dem Vormarsch“, findet Heike Einkörn. „Die Damen vom Neckar-Zaber-Tourismus in Brackenheim machen das hervorragend.“ Am meisten los sei im Herbst. „Da könnten wir gut noch ein paar Zimmer mehr haben“, sagt die Geschäftsführerin des Cleebronner Gasthauses und Hotels Zum Ochsen. „Der Markt ist da, deshalb fiel es uns auch nicht schwer, zu investieren.“ 

2019-03-04T15:07:26+01:00