Heilbronn erhält zur Buga einen ICE-Anschluss

2018-10-22 // 18:07:00 Uhr // Heilbronn // Von Carsten Friese

Es wird bald eine ICE-Premiere im Heilbronner Hauptbahnhof geben, doch ist es auch wirklich der erhoffte Mobilitätsschub zur Bundesgartenschau? Die Stadt begrüßt den Anschluss an den Fernverkehr, sieht im Detail aber einen faden Beigeschmack.

Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montag auf Stimme-Anfrage mitteilte, werde nach aktuellem Planungsstand im Buga-Zeitraum von Montag bis Freitag ein ICE des Typs 3 in Heilbronn halten.

Der Zug soll in Köln um 6.11 Uhr abfahren, via Wiesbaden, Mainz, Mannheim, Heidelberg nach Heilbronn fahren (Ankunft 9.41 Uhr) und um 10.19 in Stuttgart ankommen. Nachmittags soll in Heilbronn ab 14.10 Uhr ein ICE in die Gegenrichtung zurückfahren und Köln um 18.01 erreichen.

Beginn ist für Ende April geplant

Am Wochenende, an dem die meisten Besucher erwartet werden, sieht das Konzept indes nur eine Intercity-Verbindung (IC) am Tag vor. Samstags um 7.43 Uhr ab Mainz über Mannheim, Ankunft in Heilbronn um 9.41 Uhr und weiter nach Stuttgart (Ankunft 10.19 Uhr). Sonntags ist ein IC um 16.12 ab Heilbronn geplant. Er fährt via Heidelberg, Mannheim und Mainz bis 18.31 Uhr nach Wiesbaden.

Ab dem 30. April soll dieser Fahrplan gelten, da es in den ersten zwei Buga-Wochen „baustellenbedingt“ noch nicht möglich sei, so der Bahn-Sprecher. Bis Anfang Oktober, dem Ende der Buga, soll das Angebot gelten. Dass dieser Plan komme, sei „relativ sicher“. An den Minutenzeiten könne es aber noch kleinere Veränderungen geben.

Warum am Wochenende beim IC nur jeweils eine Fahrtrichtung angeboten wird, erklärt der Sprecher damit, dass es schwierig sei, alles in den Fahrplan einzubinden. Der ICE werde statt über Vaihingen nun über Heilbronn geleitet. Er kann nur langsam durch das Neckartal fahren, verliert durch die Heilbronn-Schleife rund eine Stunde Zeit. Für Heilbronn sei dieser Plan ein „sehr schönes Angebot“, sagt der Sprecher.

Die Stadt Heilbronn und Politiker haben um einen guten Fernverkehrsanschluss zur Buga-Zeit gekämpft. Jetzt kommt der ICE 3, der als Regelzug acht Wagen mit rund 440 Sitzplätzen hat und 200 Meter lang ist. Die Bahnsteige 2 und 3 im Heilbronner Hauptbahnhof sind 210 und 220 Meter lang.

OB Mergel: Vier Stunden Buga-Aufenthalt sind zu kurz

Die Stadt freue sich natürlich, dass Heilbronn nun einen ICE-Anschluss erhält, sagt OB Harry Mergel auf Anfrage. Bisher habe man „voll im Bahnschatten“ gelegen. Gut sei, dass Heilbronner nun ohne umzusteigen nach Mainz, Wiesbaden und Köln fahren könnten.

Dennoch gebe es einen faden Beigeschmack. Die Zeiten seien werktags viel zu kurz, um einen Buga-Aufenthalt richtig genießen zu können. „Vier Stunden reichen einfach nicht“, sagt Mergel. Man habe die Bahn nochmals angeschrieben und gebeten, die Abfahrtszeiten „zu verbessern“. Auch beim Angebot Samstag und Sonntag sollte die Bahn „nacharbeiten“.

VCD-Sprecher Sauter kritisiert das Angebot als „Alibi-Zug“

Hans-Martin Sauter, Sprecher des Verkehrsclub-Regionalverbands, ist vom Angebot der Bahn enttäuscht. Als „Alibi-Zug“ stuft er die eine ICE-Verbindung ein mit nur vier Stunden Zeit für die Buga. Mit Blick darauf, dass die Bahnstrecke nach Würzburg zur Buga-Zeit wegen Bauarbeiten wegfällt, hat er auf mehr Angebote gehofft.

Dass samstags und sonntags jeweils nur ein IC Heilbronn ansteuern soll, nennt Sauter „sehr dürftig“. Er versteht nicht, dass die Bahn da nicht wenigstens auch eine Hin- und Rückfahrt geschafft habe.

2018-10-23T11:04:32+00:00