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Im Krimi gibt es eine Leiche auf der Buga

2019-03-12 // 18:07:00 Uhr // Heilbronn // Von Bärbel Kistner

 Ist der Mörder etwa der Gärtner? Der schwäbische Autor Manfred Bomm hat einen Bundesgartenschau-Krimi geschrieben, der die Leser quer durch die Stadt Heilbronn führt.

Krimi-Autor Manfred Bomm ist der Mann fürs Schwäbische. Mit seinen Regionalkrimis hat er beachtlichen Erfolg, jeder seiner Fälle ist an ein aktuelles Ereignis gebunden. Der Band zur Bundesgartenschau mit dem Titel „Blumenrausch“ ist bereits sein 19. Roman.

Auf die Spur der Buga brachte ihn seine Lektorin im Gmeiner-Verlag, Claudia Senghaas. Die gebürtige Heilbronnerin wohnt in Kirchardt und hat ihren Autor darauf gestoßen, dass die Bundesgartenschau als Krimi-Thema etwas hergeben könnte. Auch Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas freut sich, „dass die Buga als Rahmen für einen Kriminalroman interessant ist“.

Um authentische Schauplätze bemüht

Wie in all seinen Büchern ist der 67-jährige Autor wieder um authentische Schauplätze bemüht. Mehrfach war Bomm in Heilbronn unterwegs und hat das Gartenschau-Gelände rund um den Neckar inspiziert – um dort seine Leiche platzieren zu können. Bei einer Bootsrundfahrt mit dem WMBC-Motorbootclub an einem der heißesten Tage im Juli 2018 hat Bomm schließlich den passenden Tatort gefunden: Die Tote wird im Wilhelmskanal entdeckt, nicht direkt auf der Buga, aber gleich angrenzend.

Zu Tode kommt eine junge Wissenschaftlerin aus Ulm, eine Biophysikerin, die die Buga berät und die deshalb oft nach Heilbronn kommt. Bomm lässt sein späteres Opfer sogar auf der Raumstation ISS aktiv werden. Die Ermordete hat vor ihrem Tod ein wissenschaftliches Experiment zur Erforschung des Klimawandels entwickelt. Deshalb hat auch Astro-Alexander Gerst in „Blumenrausch“ einige Auftritte.

Waldheide und Theresienwiese kommen ebenfalls vor

Weil Bomm nicht nur ortskundige Leser im Blick hat, baut er Schauplätze in die Handlung ein, die Nicht-Heilbronnern ein Begriff sind, etwa die Waldheide und die Theresienwiese. Ganz Journalist, wird man von Bomm mit zeitgeschichtlichem Hintergrundwissen versorgt.

Den Vater der Leiche, ein Arzt aus Stuttgart, lässt der Autor in der Friedensbewegung aktiv gewesen sein. So kann er ausführlich über die Stationierung der Pershing-Raketen auf der Waldheide erzählen und die dramatischen Ereignisse der Explosion im Januar 1985 schildern. Der Autor findet sogar einen Dreh, seine Buga-Story mit dem Heilbronner Polizistenmord zu verknüpfen. „Ich binde immer echte Fälle in meine Geschichten ein“, sagt Bomm.

Damit sein Kommissar Häberle aus Göppingen überhaupt bei der Buga ermitteln kann, muss die Heilbronner Polizei aktiv werden und um personelle Unterstützung bitten. Der erfahrene Ermittler – den Bomm nach einem realen Vorbild entworfen hat – soll helfen, dass Heilbronn nicht ausgerechnet zur Buga wegen eines Mordfalls erneut ins Zwielicht gerät.

Im Rotlichmilieu der Hafenstraße

Weil in einem Krimi das Rotlichlichtmilieu nicht fehlen darf, war Bomm mit dem Pressesprecher der Polizei zu Recherchezwecken unterwegs. Dieser habe ihm die einschlägigen Orte in Heilbronn gezeigt. Mehrfach sind die Akteure im Buch in der Hafenstraße zugange.

Auf den 580 Seiten schickt Bomm seine Leser kreuz und quer durch Heilbronn und durchs Ländle. Weil er alle Erzählstränge zu Ende führen will, sei das Buch so dick geraten, schmunzelt der Autor. Wer der Mörder ist, ob es etwa der Gärtner war, wird an dieser Stelle nicht verraten. Zum Glück seien Bugas völlig ungefährlich“, sagt Hanspeter Faas. „Weil der Mord längst aufgeklärt ist, können sich unsere Besucher ganz unbeschwert die Schauplätze anschauen.“

Petra Wendler vom Gmeiner-Verlag hofft, dass sich „Blumenrausch“ ähnlich gut verkauft, wie die anderen Bomm-Bücher. „Er hat eine große Fangemeinde.“ Die Erstauflage liegt bei 8000 Exemplaren, es gibt mehrere Lesungen.

Hoffentlich gibt es keine Fettnäpfchen

Die realen Orte kann der auf Regionalkrimis spezialisierte Verlag nicht im Detail überprüfen. Man vertraue den Autoren, dass die Schilderungen der örtlichen Gegebenheiten stimmen, „und wir nicht ins Fettnäpfchen treten“, sagt Petra Wendel. Manfred Bomm legt viel Wert auf genaue Recherche: „Man kann auf den Spuren meines Kommissar Häberle sogar wandern.“ Fehler im „Blumenrausch“ sind bei der Lektüre nicht aufgefallen. Dass er Touristenmassen in Heilbronn beschreibt, gehört zur dichterischen Freiheit.


Lesung in Heilbronn

Krimiautor Manfred Bomm kommt am Dienstag, 24. April, zur Bundesgartenschau und berichtet, wie sein Buch „Blumenrausch“ entstanden ist.

Manfred Bomm (62)hat in Göppingen als Journalist und Polizeireporter gearbeitet. Sein erster Roman mit Ermittler August Häberle „Himmelsfelsen“ erschien 2004. Er hat insgesamt 19 Krimis veröffentlicht. Bomm nimmt stets Bezug auf reale Ereignisse. In „Todesstollen“ etwa hat er den Bau der Schnellbahn-Trasse durch die Schwäbische Alb thematisiert.

Der Buga-Krimi „Blumenrausch“ ist auch bei den Stimme-Geschäftsstellen und online unter shop.stimme.de erhältlich.

2019-03-14T10:27:28+02:00