Mit der Buga in die Zukunft

2019-01-27 // 07:33:00 Uhr // Heilbronn // Von Christian Gleichauf

Die Heilbronner Hochschulen präsentieren sich für die Bundesgartenschau mit virtuellen Welten, selbstfahrenden Autos und einer Karl-App.

Besucher Heilbronns können ab dem 17. April zu Testern, Forschern und Versuchskandidaten werden. Und das alles gleichzeitig. Mit lebensnahen und doch zukunftsweisenden Beispielen zeigen die Heilbronner Hochschulen bei ihrem gemeinsamen Auftritt auf der Bundesgartenschau die Auswirkungen der Digitalisierung – vom selbstfahrenden Auto bis zum Einkauf im virtuellen Laden.

Am Donnerstag wurde das Konzept an einem der künftigen Ausstellungsorte vorgestellt. Der befindet sich allerdings noch im Rohbau. Bis April sollen hier auf zwei Flächen zehn Exponate entstehen. „Das Rennen wird knapp, es werden noch einige Schweißperlen fließen“, prognostiziert Professor Oliver Lenzen, Rektor der Hochschule Heilbronn. Doch die Projektpartner sind zuversichtlich, dass es funktioniert.

Besucher dirigieren virtuelles Orchester

Dann sollen Besucher beispielsweise zu Dirigenten eines virtuellen Orchesters werden. „Radarsensoren erfassen die Bewegungen, so entsteht eine intelligente Interaktion“, sagt Lenzen, der nicht zu viel verraten will. Nur das: „Die Sequenzen wurden vorab mit dem Württembergischen Kammerorchester aufgezeichnet.“

An anderer Stelle kann man mithilfe von VR-Brillen in eine virtuelle Konsumlandschaft eintauchen. Dabei dürfen nicht nur die Besucher erleben, was alles möglich ist. Ihre Vorlieben werden registriert: Was zieht die Blicke auf sich? Was lassen sie links liegen. Auf diese Weise kann man feststellen, worauf es in einem Online-Store der Zukunft ankommt. „Aber auch Konzepte des künftigen stationären Handels werden auf die gleiche Weise vorgestellt“, sagt Professorin Nicole Graf, die Rektorin der DHBW am Standort Heilbronn.

Fahrerloser Paketdienst

Eines der aufsehenerregendsten Projekte auf dem Buga-Gelände dürfte der fahrerlose Paketdienst sein. Den können Bewohner des Stadtteils Neckarbogen ebenso wie weitere ausgesuchte Teilnehmer in Anspruch nehmen. „Wenn jemand im Café sitzt und einen Blumenstrauß bestellt, dann wird der geliefert“, sagt Lenzen. „Und wir können gleichzeitig untersuchen, wie das Fahrzeug auf die Beobachter wirkt.“ Das sei europaweit einmalig.

Im Parkhaus des Zukunftsparks Wohlgelegen sollen Autos selbsttätig einparken. Weil dabei aber keine Menschenansammlungen erwünscht sind, hat sich die Hochschule Heilbronn etwas einfallen lassen. „Wir zeigen hier an einem Exponat im Kleinen, was draußen im Parkhaus im Großen passiert“, erklärt Professor Raoul Zöllner. Mehrere kleine Flitzer, Spielzeugautos gleich, parken ein oder fahren an die E-Ladestation. Besucher können Fahrzeugen per App einen bestimmten Parkplatz zuweisen.

Wichtige Rolle der Studierenden

Zwei Jahre haben die Hochschulen an ihrer Präsentation gearbeitet. „Mehrere Hundert Stunden Entwicklungsarbeit stecken im Konzept“, 

sagt Michael Andree, Leiter des gemeinsamen Projekts. An allem hatten die Studierenden entscheidenden Anteil. Zahlreiche Bachelor- und Master-Arbeiten wurden genutzt, fächerübergreifend Neuland zu betreten und zu bearbeiten. IT, Ökonomie, Maschinenbau – hier arbeiten alle zusammen.

Mit im Boot sind auch TU München und die GGS, die German Graduate School. Sie haben zwar kein eigenes Exponat, begleiten die Veranstaltung aber mit Vorträgen. „Wir ermöglichen den Blick in die Zukunft“, fasst IT-Professorin Nicola Marsden von der HHN zusammen.

Mit Karl das Gelände erkunden

Karl darf natürlich nicht fehlen. Für ihn wurde eine eigene App entwickelt, die den Buga-Zwerg ähnlich wie im Spiel Pokemon Go auf das reale Gelände schickt. So kann man die Buga spielerisch erkunden. Auch hier funktioniert der „Rückkanal“ – je nach Spielergebnis kann ein Blumentopf individuell bedruckt werden.

 


 
Die Kooperation läuft unter der Überschrift Impact.HN. Das englische Impact steht für Wucht und Wirkung. Die Themenfelder: Mobilität, Gesellschaft, intelligente Technik und Leben. Gefördert wurde das Projekt von der Dieter-Schwarz-Stiftung. Beteiligt sind die DHBW (mit den Standorten Heilbronn und Mosbach sowie dem Center for Advanced Studies), die German Graduate School of Management and Law (GGS), die Hochschule Heilbronn (HHN) und die TU München.
2019-01-29T11:42:27+00:00