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Was die Städtischen Museen und der Kunstverein zur Buga planen

2019-01-28 // 17:27:00 Uhr // Heilbronn // Claudia Ihlefeld

Die Städtischen Museen und der Kunstverein stellen ihre Ausstellungsprojekte zur Buga vor: stadtbezogen, zeitgenössisch, kritisch, humorvoll und im öffentlichen Raum.

Dass Kunst mehr ist als schöner Schein, dürfte bekannt sein. Und so sind die Ausstellungsprojekte der Städtischen Museen und vom Kunstverein Heilbronn im Jahr der Bundesgartenschau ein Bekenntnis zur zeitgenössischen Kunst und ihrer gesellschaftspolitischen Dimension.

Fünf Projekte im öffentlichen Raum planen die Museen, der Kunstverein hat ein Ausstellungsprojekt im Freien im Programm und im Zusammenhang dazu eine Schau in seinen Räumen.

Markante Orte in der Stadt verwandeln

Am Montag stellten ein stolzer Oberbürgermeister Harry Mergel und Kulturbürgermeisterin Agnes Christner gemeinsam mit den Ausstellungsmachern in der Kunsthalle Vogelmann vor, was in diesem Sommer auch überregionale Besucher überraschen soll. „Markante Orte in der City so verwandeln, dass praktisch kein Weg daran vorbeiführen wird“, so das Credo.

Ab dem 5. Mai präsentiert Peter Riek aus Heilbronn in der Ehrenhalle im Rathaus Innenhof „Gras wachsen lassen“, eine Installation mit Messerschnitten.

Riek schafft einen Teppich aus schwarzem Kunstrasen in Form der einst ummauerten, mittelalterlichen Innenstadt und schneidet Schädelformen aus dem Teppich, der mit dem Mosaikboden von Blasius Spreng verschmilzt. Die Schädelstatt erinnert an die Bombardierung Heilbronns am 4. Dezember 1944.

Ein Hingucker für die Parkhausfassade am Bollwerksturm

Sich mit der Geschichte der Stadt zu beschäftigen, ist der rote Faden, der die Kunstprojekte verbindet. Die Fotografin Simone Demandt aus Baden-Baden hat sich für die Fassade am Parkhaus am Bollwerksturm einen Hingucker ausgedacht.

Ein zehn Meter breites Banner aus Kunststoffgewebe nimmt eine Druckgrafik von Bonifatius Häcker aus dem Jahr 1735 zur Grundlage und zeigt die geplante Festungsanlage des einstigen Bauinspektors für Heilbronn. „Sie sind hier“ nennt Demandt ihre Arbeit, die Abschottung und Grenze thematisiert.

Eine Messboje für die nördliche Inselspitze hat Valentin Beinroth aus Frankfurt entworfen: ein Objekt, das, zwischen Skulptur und Forschungsstation, durch seine Wissenschaftsästhetik Bezug zur Experimenta nimmt.

Ab 4. Juli folgen eine interaktive Installation mit Wasser und Klang von Vanessa Henn aus Berlin für den Rathaus-Innenhof und eine Arbeit von Bernd Hennig aus Birkenfeld für die Empore vor der Kirche St. Peter und Paul.

Ein nackter König auf einem Gewächshaus voll Plastik

Während Henn den Brunnen von 1961 in umgekehrter Weise wiederbelebt, wenn ein Wasserstrahl vom Balkon des Rathauses auf die Brunnenskulptur springt, zeigt Hennigs „Der König auf seiner Insel“ einen ratlosen Monarchen, nackt und bloß mit Krone, der auf einem Gewächshaus steht voll Plastik und Unrat.

Am 5. April öffnet der Kunstverein Heilbronn die Ausstellung „Durch die Blume – Florale Metamorphosen“ und „Migration und Pflanze“, ein Projekt im öffentlichen Raum von Silke Wagner. Ob aus Liebe, Freude oder Trauer: Für alles gibt es eine Pflanze.

Blumen transportieren Gefühle, durch die Blume vermitteln wir Botschaften. Und so sind die Blumenbilder und Objekte von Maria Brunner, Tobias Rehberger, Andreas Karl Schulze, Natalie Czech und anderen Symbolträger für Sinnlichkeit, politische Diplomatie oder menschliches Versagen.

Rund 140 Nationen leben in Heilbronn

Silke Wagner aus Frankfurt ist bei ihren Heilbronn-Besuchen der mit über 50 Prozent hohe Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund aufgefallen: Rund 140 Nationen leben hier. Doch während Tomate und Basilikum fest in unserem Kopf und Alltag integriert sind, sind es die Menschen aus den Herkunftsländern dieser Pflanzen nicht.

An zwölf Bus- und Bahnunterständen entlang der Achse Bahnhof, Eingang Buga und Kunstverein in der Allee gestaltet Wagner Folien mit Pflanzennamen, Statistiken und Informationen. Auch die Gewächse, die uns täglich in Garten und Küche begegnen, haben einen Migrationshintergrund.

2019-02-04T11:02:08+02:00