2019-07-04 // 11:49 Uhr // Heilbronn // Von Marie-Luise Schächtele

Baden-Württemberg ist in Deutschland Hauptanbaugebiet für Johannisbeeren. Marmelade, Kuchen oder Saft: Johannisbeeren sind vor allem beliebt, wenn sie weiterverarbeitet werden. Was muss man über den Anbau wissen? Was beachten?

Pappschalen mit roten, weißen und schwarzen Johannisbeeren warten im Landwirtschaftsbereich der Buga im Wohlgelegen auf einem Infotisch auf Abnehmer. Zum „Tag der Johannisbeere“ kann man die kleinen Früchte probieren und sich über sie informieren.

Die weißen Beeren, eine Nischenkultur, sind im Vergleich eher mild. „Die schwarzen Beeren sind echtes Superfood“, sagt Stefan Volgenandt, Versuchsingenieur für Beerenobst an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg. „Es heißt immer, dass Zitronen so viel Vitamin C enthalten.“ Dabei beinhalten sie nur 30 bis 40 Milligramm pro 100 Gramm. Schwarze Johannisbeeren aber enthalten 140 bis 180 Milligramm. Außerdem befindet sich in den schwarzen Sorten ein verhältnismäßig hoher Wert an Antioxidantien, die Krebserkrankungen vorbeugen sollen.

Baden-Württemberg ist in Deutschland Hauptanbaugebiet für Johannisbeeren. „In der Gegend um Lauffen und Brackenheim und im Hohenlohischen werden sehr viele schwarze Johannisbeeren angebaut.“ Aus ihnen wird Saft gemacht. Während Johannisbeeren im Garten als Büsche wachsen, gedeihen sie in der Landwirtschaft an Spalieren.

Im Winter schneiden

„Wie und wann muss man sie schneiden?“, fragt eine Buga-Besucherin. Nach vier Jahren solle man jeden Bodentrieb entfernen, erklärt ihr Volgenandt. Je älter das Holz, desto weniger trage es. Dazu kappt man den kompletten Bodentrieb und lichtet den jeweiligen Busch aus. Maximal acht Bodentriebe solle eine Pflanze haben. Konsequentes Schneiden sei wichtig. Das sei den ganzen Winter über möglich.

Viel gießen

Die Pflanzen benötigen viel Wasser. Johannisbeeren sind Flachwurzler, die nicht sehr tief in die Erde reichen. Düngen sollte man die Beeren auch, Kompost reiche aus. Dieses Jahr ist ein starkes Blattlausjahr. Stefan Volgenandt rät zur Geduld: „Man kann die Läuse einfach aushalten und warten.“ Rund eineinhalb Wochen, nachdem sich die Schädlingspopulation aufgebaut habe, kämen die Nützlinge von selbst. Die Larven des Marienkäfers vernichten Blattläuse. „Alle Mittel, die es gibt, sind unspezifische Mittel. Damit schadet man auch den Nützlingen.“ Auch Pilze könnten auftreten. Robuste Sorten seien weniger anfällig.

Ursula Wölfle aus Stuttgart verrät ihr Lieblingsrezept: „Auf einen Biscuitboden streiche ich eine leichte Buttercreme. Darauf lege ich schwarze und rote Beeren. Dann tue ich Gelee darüber.“ Der Kuchen muss erkalten. „Mit Sahne schmeckt er am besten.“