2019-07-16 // 09:25 Uhr // Heilbronn // Von Bärbel Kistner

Halbzeit bei der Buga: Was gefällt Besuchern? Welche Noten geben sie der Gastronomie? Wo kommen sie her? Darüber gibt eine bei allen Bugas übliche Umfrage der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft Aufschluss.

Insgesamt 1000 Besucher werden befragt. Die Erhebung ist detailliert und dauert zirka 25 Minuten. Die Meinung von 600 Besuchern wurde bislang eingeholt, damit sei die Umfrage zwar noch nicht ganz repräsentativ, wie Buga-Chef Hanspeter Faas erläutert – aber sie gibt einen guten Aufschluss über die Tendenz.

 

Wie zufrieden sind die Besucher?

Fast 100 Prozent sind mit ihrem Besuch zufrieden und empfehlen die Buga weiter. 85 Prozent wollen sogar wiederkommen.

 

Wie reisen Besucher an?

Knapp 60 Prozent kommen mit dem Auto. Bei der Buga rechnet man mit einem wachsenden Anteil an Bahn-Besuchern, da seit Juni das Kombi-Ticket für Baden-Württemberg am Automaten erhältlich ist: Zugfahrt und Eintritt kosten 30 Euro.

 

Wie wird das Parken bewertet?

80 Prozent sind mit der Pkw-Anreise, der Wegweisung und dem Parkplatzangebot zufrieden. Acht Prozent, so die Befragung, haben etwas Störendes erlebt. Nur während des Volksfests vom 26. Juli bis 4. August wird ein Engpass erwartet, da die Theresienwiese belegt ist.

 

Woher kommen die Busgruppen?

50 Prozent der Busreisegruppen sind aus Baden-Württemberg, gefolgt von Bayern (18,5 Prozent), Rheinland-Pfalz (8 Prozent), Hessen (7,5 Prozent). Aus allen Bundesländern bis auf Bremen waren Busse da. Schweizer sind zudem stark vertreten, auch Busse aus Frankreich und Lettland wurden gesichtet.

 

Was ist Hauptanreiz für Besucher?

Am häufigsten genannt sind Bepflanzung, Blumen, Landschaftsgestaltung, gefolgt von Konzerten und Wasserspielen. 94 Prozent bewerten Garten- und Stadtausstellung mit gut und sehr gut. 83 Prozent erkennen die Umweltqualität im Konzept. Auch Sommerinsel, Neckarufer und Rosen erhalten gute Noten, ebenso der Garten der Naturschutzverbände und der Mehrwertgarten.

 

Wie steht die Gastronomie da?

Buga-Chef Faas will das „Vorurteil der besonders schlechten Gastronomie“ der Heilbronner Buga wiederlegen. Das zeige der Vergleich mit anderen Gartenschauen. Heilbronn hat in fast allen Kategorien besser abgeschnitten. Bei Sauberkeit gibt es für Heilbronn 90 Prozent positive Bewertung, in Koblenz und im Havelland deutlich weniger. Bei Regionalität des Speiseangebots und Vielfalt schneidet Heilbronn mit über 70 Prozent guter Bewertung am besten ab. Das Preis-Leistungsverhältnis erhält nirgends sehr gute Bewertungen. Heilbronn liegt mit 41 Prozent Zustimmung knapp hinter der Internationalen Gartenschau Berlin.

 

Wie viel geben Besucher aus?

Zusätzlich zum Eintritt geben Besucher auf der Buga durchschnittlich 14,40 Euro aus. Außerhalb des Geländes sind es 4,10 Euro. „Das ist im Vergleich zu früheren Bugas ein gutes Ergebnis“, sagt Hanspeter Faas.

 

Wie werden die Besucherzahlen seitens der Buga gewertet?

Die knapp 1,1 Millionen Besucher, die zur Halbzeit gezählt wurden, sieht die Buga als sehr erfreuliches Ergebnis. Besonders die fast 91.000 verkauften Dauerkarten überraschen die Macher. Sogar im Juli wurden noch rund 160 Dauerkarten verkauft. Bislang kam jeder Dauerkarteninhaber 5,4 Mal auf die Buga. Bis zum Ende rechnet man mit elf bis zwölf Besuchen. Die Spanne ist groß: Manche kommen täglich, andere haben noch nicht mal ihren Gutschein personalisiert. Gezählt werden für die Gesamtbesucherzahl die Besuche – wer mit seiner Dauerkarte an einem Tag mehrmals das Gelände betritt, wird allerdings nur einmal gewertet.

 

Wie ist das Verhältnis zwischen Dauerkarten und Tageskarten?

Im kühlen Mai kamen verhältnismäßig viele Dauerkartenkartenbesucher. Bei schönem Wetter kehrt sich das Verhältnis um: Die Mehrheit stellen dann die Besucher mit Tageskarten. Bei Hitze entscheiden sich viele mit Dauerkarten erst am Abend für den Gang auf die Buga.

 

Wie haben sich die extremen Wetterlagen auf die Besucherzahlen ausgewirkt?

Es gibt große Schwankungen durch den zweitkältesten Mai und den heißesten Juni der Wetterstatistik. Der 8. Mai bei knapp über zehn Grad war für die Buga der schlechteste Tag, es kamen nur 3000 Besucher. Am bislang heißesten Tag, Sonntag 30. Juni, wurden bei über 35 Grad 8000 Besucher gezählt. Der besucherstärkste Tag war Himmelfahrt, 30. Mai: Frühsommerliches Wetter bei 20 bis 25 Grad lockte 30.000 Besucher aufs Gelände.

 

Wie erfahren Besucher von der Buga?

Zeitungen und Rundfunk spielen die größte Rolle – die Medienresonanz war gut, auch überregional wurde berichtet. Eine wichtige Rolle spielt die Empfehlung von Freunden und Bekannten. Über soziale Netzwerke kommen nur 18 Prozent.